Tokio Hotel Fairytales

Titel: So fing es an…

Autor: Esther

Kontakt: over_the_sunset@hotmail.com

Rating: P16

Klassifikation: Depri, Romantik

Disclaimer: Die in dieser FanFiction vorkommenden Personen gehören sich selber und leider nicht mir.

Zusammenfassung: Wenn man ein Leben lebt das man nicht will…

 

So fing es an, der Traum vom Traum.

Sie einmal nur zu sehen, mit ihnen und der Musik im Einklang zu sein, und es zu verstehen.

1 Jahr ist es jetzt schon her, seitdem sie Karriere machen.

Denn es begann im Sommer. Die Schule war zu Ende und man kam endlich in die nächste Oberstufe, oder man fing an zu Arbeiten. Ich wusste schon was ich werden wollte, wollte ganz groß hinaus. Die Sterne sehen, den Ruhm. Etwas erreichen von dem Leute nur träumen könnten. Aber so leicht war das nicht.

Ich wurde Model.

Nicht weil ich es wollte, sondern weil ich es musste. Meine Mutter zwang mich dazu. Aber sie wollte etwas aus mir machen, sagte sie immer. Ich musste es über mir ergehen lassen.

Wenn da nur nicht immer das wäre…

Man musste nach den Regeln gehen. Ich wollte nicht nach den Regeln, sondern ich wollte es mir aussuchen, was ich machen wollte, welchen Auftrag ich annehmen solle und welchen nicht. Jetzt wurde ich sogar noch Schauspielerin. Sie haben mir eine kleine Rolle in einem Horror gegeben.

Doch ich glaubte ich hielt den ganzen Stress bald nicht mehr aus. Ich wusste doch selbst nicht wie das alles sein sollte. Ich dachte mir das wäre alles so leicht, man hätte Spaß daran und auch seine Freizeit. Habe ich Freizeit? Eher selten. Und dadurch schickten sie mich in eine Privatschule. Sie entfernten mich von meinen Freunden, und bald wusste ich selbst nicht mehr was eigentlich Spaß bedeutete. So was gab es für mich nicht mehr und das hatten sie anscheinend auch damit erreicht, sie wollten es. Meine Mutter suchte für mich nur Leute aus die ein guter Umgang für mich wären. Was sollte ich mit denen tun?

Sie waren zu alt und nur mit mir bekannt wegen des Ruhmes und dem Geld.

„Lächeln Celine“, forderte mich der Fotograf auf.

Ich sollte lächeln? Ich lächelte, gekünstelt. Hinter einer Fassade, einer Maske, die sie mir angelegt hatten.

Eine hochnäsige, eingebildete, zickige, Möchtegern Barbie war ich. So nannten sie mich. Hinter meinem Rücken. Sie würden es nie wagen mich einfach so anzureden. Sie würden wissen was passieren würde. Ich habe gelernt es zu ignorieren.

Ich kannte mein Image, und mochte es selber nicht. Wieso konnte ich ihnen nicht einfach normal gegenüber treten? Mein wahres Ich Zeigen? Sie würden mich verstehen, aber sie wissen es nicht, wie es ist immer diese Maske aufgesetzt zu bekommen.

„Okee. Danke das war es für heute, Celine“.

Ich lächelte ihn noch mal an, und ging dann auf meine Mutter zu, die einige Bilder anschaute.

Ich mochte mich auf Bildern nicht. Das war einfach nur gespielt.

Wieso konnten sie das nicht sehen? Wenn ich nicht so eine gute Kosmetikerin hätte, würden sie sehen wie ich aussehen würde. Wegen dem ganzen. Augenringe bis zum geht nicht mehr.

Da wäre einer auf einem LSD Trip noch schwach dagegen, und ein Veilchen nur ein kleiner Punkt. Sie würden mich so nicht sehen wollen. Sie wären glaub ich nicht mal so richtig schockiert wie ich aussehen würde. „Wer schön sein will muss leiden“, sagte meine Mutter immer. Ich wollte nicht schön sein und musste trotzdem leiden.

Das verstand meine Mutter wieder einmal nicht. Sie meinte das wäre alles ein Kinderspiel.

Nur weil sie es nicht geschafft hatte musste ich es machen?

Ihren Traum verwirklichen? Nur mit Markenklamotten rum rennen, da was anderes meine so blase Haut nicht berühren durfte? Wegen dem ganzen wurde ich ja schon ein Skelett. Ich mein, was halten Leute nur an so was? Ich weiß ich bin es selber, aber ich will es nicht sein.

 

Ich darf kein Fast Food essen, meine Mutter hat mich zur Vegetarierin gemacht, und da soll sich jemand nicht wundern dass ich so dünn bin? Ja es hängt vielleicht auch vom Model Dasein ab, aber am meisten was sie mir alle verschrieben. Ich durfte dies und jenes nicht.
Das rieben sie mir auch immer wieder jeden Tag auf die Nase. Meine Mutter und mein Manager.
Da war mein Vater ganz anders.
Immer wenn ich frei hatte, konnte ich machen was ich will und beim meisten machte er sogar mit. Wenn Mutter nicht zuhause war, gab er den Angestellten frei und machte selber den Haushalt und kochte. Das waren immer so schöne Tage.
Dann sah ich auch immer normal aus, und hatte einmal keine Augeringe oder sonstiges.
Es war ein Gefühl der Freiheit. Was ich eigentlich nie wieder loslassen wollte, aber es mir leider immer wieder weggezogen wurde.
Ich war jetzt in der Zwischenzeit schon 16 und war schon regelrecht überall berühmt.
Jeden Tag das gleiche. Fotoshootings, Drehstunden und Schule.
Und endlich bekam ich auch einmal Ferien. Ich glaube ich wäre vor Freunde aufgesprungen, aber meine Mutter würde dann wieder meckern.
„Celine, also wirklich so führt man sich aber heut zu Tage nicht auf, du bist jetzt eine junge Dame“. Dann funkelte sie mich noch einige Zeit böse an und beruhigte sich wieder einmal.
Sie konnte halt nicht so lange auf mich sauer sein.
Mutter war nicht da, als ich endlich ich sein konnte. Sie war auf Geschäftsreise, wie sie es mir gesagt hatten. Und ich ließ es mir gefallen, von meinem Dad bekocht zu werden und die witzigsten und verrücktesten Dinge mit ihm anzustellen. Er war wie ein guter Freund für mich. Dem ich alles sagen konnte. Das schätze ich an ihm.
Celli, so nannte er mich immer. Ich mochte es nicht wenn mich die ganzen Leute immer mit meinem vollen Namen anredeten. Er war, irgendwie so langweilig, der Name.
„Celli Schatz, wir fahren morgen Freunde besuchen“, rief er vom Wohnzimmer.
Leute, ich kam wieder unter Leute. Leute die mich als Menschen hoffentlich akzeptierten.
Ich wollte nicht, doch ich konnte ihm nicht wieder sprechen. Wenn wir wo hin fahren, fahren wir wo hin. Und das Thema wird nicht mehr angesprochen.
Ich packte meine Sachen und schloss hinter mir die Tür zu meinem Zimmer. So lange Zeit hatte ich dich nicht zu Gesicht bekommen und jetzt bin ich schon wieder weg. Sie wohnen nicht weit entfernt vielleicht eine Stunde, oder zwei. Aber ich war es schon gewohnt weit weg  zu fahren. Mich kannte ja fast jeder auf der kleinen Erdkugel. Sie war wirklich klein, wenn man bedenkt und wenn man schon fast überall war und alles erkundet hatte. Naja man kann nicht erkunden sagen.
Ich habe nur die Häuser gesehen wo ich Fotoshootings hatte, oder gerade einen Dreh zu einem neuen Film. Auf dem roten Teppich war ich jetzt auch schon einige Male. Lernte andere Stars kennen und merkte, dass ich nicht die einzige war, die mit dem Stress zu kämpfen hatte.
Sie verstanden mich, wie ich sie verstand. Dann waren wir angekommen. Ich stieg aus. Waren wir jemals schon hier? Ich kannte seine Freunde ja eigentlich nicht. Er klopfte an der Tür. Ich schaltete meinen Ipod aus. Eine Frau strahlte uns an. Ich wollte nicht reden, wozu auch reden. Ich lächelte nur ganz höflich. Sie zwangen mich auch nicht zum reden, nicht einmal. Sie zeigte mir ein Zimmer. „Das ist dein Zimmer“, sagte sie. Es sah gemütlich aus.
Es klopfte an der Tür. Wer war das denn? Ich kannte doch keinen hier. Ich mochte aber auch wirklich nicht gerne hier sein. Sie dachten sicher ich wäre so wie sie mich darstellten.
Eingebildet, hochnäsig, zickig, ein kleines Prinzesschen eben, das alles bekommt was sie verlangt. Und damit wollten sie auch sicher nichts zu tun haben. Es klopfte ein zweites Mal.
Ich stand auf und trat zur Tür. Machte sie auf.
„Ist denn das Prinzesschen zu toll dafür, dass sie nicht imstande ist die Tür auf zu machen“.
So sagte er. Schaute mich schief an, mit einen Grinsen auf den Lippen. Der denkt doch der bekommt alles von mir.
„Ich bin doch viel zu gut dafür“. Wieso sagte ich so was?
Tussi, dachte er sich sicher, ja das musste er sich denken. Wie er mich anschaute, irgendwie so richtig angeekelt.
Ich war so doch nicht. Glaub mir doch. Vertrau mir doch.
Er verschwand und lief mir heute auch nicht mehr über den Weg. Darüber war aber ich selber Schuld. Ich schloss mich im Zimmer ein und ging nicht mehr hinaus. Ich brauchte niemanden, ich brauchte sie alle nicht. Wieso kommen die mir immer zu nahe. Was wollen sie von mir. Mir, vor der sie hinter dem Rücken lästern und so tun als würden sie mich bewundern, wenn ich sie sah.
Solche Leute brauchte ich wirklich nicht. Ich wurde so zurrecht gerückt, ich bin doch ganz anders. Lieb aber verrückt, groß, hilfsbereit und einfach nur ich, keine Zicke, keine Tussi und keine eingebildete Kuh.
Ich würde die ganze Zeit ja in schwarzen Sachen mit Totenköpfen rum rennen. Wenn meine Mutter das Wissen würde, würde sie mir schon längst den Kopf abhacken. Das wollte ich mir ja noch für einige Zeit ersparen.
Ich setzte mich ans Fenster dass ich geöffnet hatte und zündete mir eine Zigarette an. Ich war ja eigentlich nur Gelegenheitsraucherin. Doch wenn mir der Stress zu hoch kam, konnte es manchmal so weit kommen, dass ich 3 Packungen am Tag durchzog. Es machte mir sogar schon selbst Angst. Aber ich konnte nichts mehr dagegen machen.
„Celli, komm wir fahren in ein Hotel etwas trinken“, sprach mein Vater zu mir. Ich zog mich um und wir fuhren mit dem Taxi in die Stadt. Wir saßen jetzt schon einige Zeit lang an der  Bar. Mein Vater unterhielt sich mit dem Ehepaar und ich guckte durch die Gegend, wo ich hin und wieder in meinem Tequilla rührte.
„Ich geh kurz hinaus frische Luft schnappen“.
„Ok Celli, aber bitte geh nicht zu weit weg“.
Ging in Gedanken hinüber zur Tür und wurde angerempelt.
„Kannst du nicht aufpassen“, fuhr ich ihn an. Boah, das konnte nicht sein, der regte mich so richtig auf. Er lachte sogar und drehte sich die erste Zeit nicht einmal zu mir um.
„Wen hast du denn da schon wieder umgerempelt, Tom“. Es kam ein Junge auf mich zu. Er  war wirklich merkwürdig. Ich guckte ihn verwirrt an. Dann drehte sich der andere Junge um.
„Uhhhh“. Wohin der wieder schaute.
 „Ich hab auch Augen du Arsch“, kam es von mir und ich gab ihm eine Ohrfeige. Dann verschwand ich. Wieso sollte ich mich mit sollen Leuten abgeben. Oh mein Gott, jetzt werde ich schon wie meine Mutter.
„Gib dich nur mit Leuten ab, die was im Portmonare haben“, gab sie immer zu pflegen.
Ich fand das immer dumm, also hörte ich nicht darauf. Solche Sachen waren typisch für sie. Na ja aber ich glaube das war bei jedem so. Nur nicht jede Mutter war so streng wie meine und wollte nicht so unbedingt etwas erreichen wie meine. Meine hatte ein Ziel und wollte alles machen um das zu erreichen. Das hat sie immer gesagt. Und wie man sieht hat sie es auch geschafft. Mich will jeder. Ich bin begehrt, wunderschön und so wie man mich haben will. Wie eine Puppe.

Ja eine wunderschöne, zarte Puppe, die man nur mit Handschuhen anfassen darf. Die leicht, zerbrechlich und starr ist. Die immer nur gleich schaute, man konnte sie nicht bewegen, man würde ihr etwas brechen, für was würden wir sie brauchen, wir brauchen keine Puppen. Das war meine Meinung. Die Meinung der eigenen Puppe. Sie wird ja nur aufgezogen und funktioniert schon. Ich spürte die einzelnen Sandkörner unter mir. Und meine Füße kribbelten leicht.
Gelächter.
Jemand redet.
Ich drehe mich nicht um sondern gehe weiter. Hier kennt mich keiner, hier bin ich, wer ich bin. Das dachte ich mir immer und immer wieder. Aber das war nicht so. Ich konnte nicht so einfach von meinem eigenen Ich weglaufen, das mir aufgesetzt wurde.
Vielleicht wurde es mir nicht aufgesetzt und ich wollte es so haben? Ich wollte es mir anscheinend gar nicht eingestehen dass es so ist. Nein. Dumm. Blödsinn.
Mein Ich ganz klein in mir wendet sich zu Wort. Ach auch noch da?
Du bist noch immer du. Was soll das Gelabber. Das frage ich mich. Das will ich wissen.
Will endlich eine Antwort auf all meine Fragen bekommen. Ich setzte mich auf eine Bank und schau gedankenverloren in die gleitenden Wellen die immer wieder ans Ufer geströmt werden. So frei. So schön. Leute kamen an mir vorbei.
„Dass ist die doch“. Was sagte dieser Junge?
Sie kamen auf mich zu. Es waren vier Leute.
Was wollten die von mir, wieso konnten sie mich nicht einfach in Ruhe lassen?
„Was“. Celli beruhig dich doch und bleib normal, sie würden dich sicher mögen.
Oder willst du wirklich dass sie dich mögen?
„Ja. Ehm ich wollte mich noch mal bei dir Entschuldigen das ich dich Angerempelt habe und, na ja sry eben“.
„Kein Problem“. Ja das geht doch, Celine du kannst es schaffen.
„Willst du nicht zur Entschädigung etwas mit uns trinken gehen“.
„Weiß nicht“.
Sie schauten mich an. Als würden sie mich auffordern mit zu kommen. Sie wollten dass ich mitkomme. Also lächelte ich leicht und sagte selbstsicher „Ja“. Sie fanden es anscheinend gut. Wir gingen in die Bar wo ich vorher herkam. Wir setzten uns in die Ecke, alle fünf. Und lachten. Ein Wunder, ich lachte einmal herzhaft, aber bei dem was sie sagten musste man auch lachen. Aber sie kamen mir irgendwie so bekannt vor.
Wieso?
Warum?
Weshalb?
Sie waren doch einfach nur normale Jungs im Alter von 16 – 18 Jahren. Die mich mochten und ich mochte sie. Doch da war etwas. Etwas ganz anderes. Freundschaft. Das was ich seid Jahren suchte und endlich gefunden hatte. Es verlangte. Darum flehte. Und sie gewehrten es mir. Welch Freud.
Wussten sie wer ich bin? Ach quatsch. Ich kannte das Dorf hier nicht einmal und ich glaubte so kannten sie mich auch nicht.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte mich der Junge mit Dreads.
„Celine. Nennt mich bitte aber Celli, ich hasse es wenn sie mich mit ganzen Namen anreden“.
Er grinste. Was gab es da zum grinsen? Ja ja mein Name, war nicht gerade der Schönste.
Ich weiß. Ich mochte ihn ja selbst nicht, trotzdem hieß ich so. Den Namen, mein ich.
Der Junge war ganz in Ordnung, stellte es sich heraus.  Sie waren alle echt gut drauf. Und ich war heute einmal nicht zickig oder aufgeblasen. :P
Das ist ein gutes Gefühl. Anerkannt zu werden, wie man ist. Und ich freue mich schon richtig wieder auf die Fotoshootings, und auf die Drehtage. Auch wenn sie lange werden.
„Wohnt ihr hier?“, fragte ich sie.
 „Ich mein hier in der Gegend?“. Wie ich mich wieder ausdrückte. Ich musste lächeln.
„Nein wir sind nur für einige Tage hier auf Promotion Tour“.
„Und du?“. Häh? Promotion Tour? Also dann sind sie vielleicht doch nicht so normal wie ich gedacht hatte. Etwas enttäuscht war ich schon. Naja ich konnte auch nichts dagegen machen.
„Ich bin mit meinen Dad hier bei Bekannten von ihm“. Sie sagten nichts.
„Warte. Du bist aber doch nicht. Diese. Diese. Celine Bendrien? Dieses Model?“. Na toll. Jetzt ist es draußen. Ich schaute ihm in die Augen. Nickte leicht mit dem Kopf und begutachtete meine Fingernägel.
„Hab ich mir schon gedacht“. Sagte der Junge mit den Dreads. Eine Träne kullert meine  Wange herunter. Ich stehe auf und gehe. Gehe aus der Location, gehe weg von den Jungs. Sie waren doch vorher so nett.
Wieso? Sie machten mir wieder was vor. Wieso merkte ich es nicht? Habe ich noch immer nicht einsehen wollen?
Es war sinnlos. Alles geht den Berg herunter. Ich will endlich akzeptiert werden, und nicht als Tussi oder jegliches abgestempelt werden. Das bin ich wirklich nicht. Glaubt mir doch endlich jemand? Ich brach zusammen, und weinte bis zur Erschöpfung. Doch ich war nicht  alleine. Jemand hatte seine Hand auf meine Schulter gelegt. Ich drehte mich zu dem Unbekanntem um. Er. Ich erkannte sein Gesicht. Haselnuss braune Augen, umrandet mit schwarzem Kajal und Lidschatten. Schwarze zerstrubbelte Harre, die ihm wirr herumhangen.
Merkwürdig. Aber ich wusste dass ich es mochte, dass er jetzt da war.
Ich wollte es mir nur nicht eingestehen. „Verschwinde. Ich brauch dich nicht“, sagte ich.
Schluchzte auf.
„Ach ja“, gab er ruhig zu Wort und fuhr mit seiner Hand meinen Arm auf und ab.
Langsam beruhigte ich mich.
„Was ist daran. Dass du ein Model bist? Ich find es nicht weiter schlimm.
Naja liegt vielleicht auch daran das wir selbst eine Band sind und in fast jeder Zeitung stehen“.
„Ich lese keine Zeitung“. Das stimmte wirklich. Ich mochte jegliche Zeitungen die etwas über Stars und den neusten Tratsch brachten nicht, besonders deswegen las ich es auch nicht.
„Oh. Dann kennst du uns auch anscheinend nicht“.
„Sieht so aus“.
Er lächelte mich an.
„Wie heißt du denn eigentlich?“, wollte ich wissen.
„Bill“.
Ich nickte. Er half mir auf, und wir gingen schweigend den Strand entlang. Kein schlimmes Schweigen. Nein wir verstanden uns auch so. Auf eine andere Art. Wir wollten nicht reden. Das brauchten wir nicht. Die Sonnen ging so langsam unter und der Himmel färbte sich rötlich. Mir gefiel der Anblick.

Wir setzten unseren Weg weiter fort, und waren bald wieder einmal am Hotel angekommen.
Wir gingen hinein, aber gingen nicht auf die restlichen Bandmitglieder zu.
Sondern hinauf. In sein Zimmer. Ich erhaschte noch einen kurzen Blick auf meinen Dad, der noch immer mit jemand im Gespräch war und mich nicht sah. Er öffnete die Tür, und ich setzte mich auf die Couch.
„Red Bull?“, fragte er mich.
„Gerne“.
Er kam wieder mit zwei Dosen auf mich zu und setzte sich neben mich.
„Danke“.
Ich nahm einige Schlucke. Hatte leicht Kopfweh bekommen.
"Bist du gerne Sänger?", fragte ich ihn. Er schaute mich erst einmal an, machte den Mund nicht auf. Ich schaute ihm in die Augen. Normal. Etwas gespannt. Leicht fragend.
„Joa es geht. Es gibt gute wie auch schlechte Tage. Manchmal halte ich es überhaupt nicht aus und will einfach nur mehr weg. Und wiederum gibt es Tage an denen du nur glaubst alles wäre ein Traum und er könnte jeden Moment zerplatzen“.
Er schmunzelte.
„Und du?“.
„Es ist schon schlimm, wenn man dazu gezwungen wurde. Wenn man es nicht wollte und dort hineingezogen wurde. Nicht aus freien Willen, sondern nur Weil ne bestimmte Person ihren eigenen Traum nicht verwirklichen konnte. Sie es nicht geschafft hat und es mir weitergegeben hat. Sie. Sie zwingt mich dazu. Diesen Horror durchzustehen. Und ich will es nicht. Ich kann nicht mehr da raus. Das geht nicht mehr. Und diese Fassade. Sie frisst mich noch von innen auf. Ich schaff es nicht mehr“.
Eine Träne tropft mir wieder meine Wange herunter.
„Shhht…Psst Kleene“.
„Sie hat mir alles weggenommen. Meine Freunde. Meine Freude. Mein Leben. Was lohnt es sich, daran weiter zu knüpfen. Irgendwann werde ich daran sterben. Und niemanden wird es interessieren“.
„Sag so was nicht“.
„Es ist aber so. Die Schatten der Wahrheit. Der zerbrechliche Weg zum Ruh. Die Fassade des Lebens.“
Er nahm mich in den Arm. Wieso erzählte ich ihm das eigentlich? Es interessierte ihn ja kein bisschen. Er tat ja nur so. Oder nicht? Er war anders als die Anderen. Er war mir gegenüber nicht angeekelt. Kam es mir vor. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter.
„Sry Bill, aber ich glaube ich sollte dann einmal gehen, mein Vater wartet sicher unten schon auf mich. Danke. Fürs zuhören“.
„Kein Thema. Warte…“
Er holte einen kleinen Zettel und schrieb etwas hinauf.
„Es wäre schön von dir zu hören“. Er lächelte.
„Werde ich machen“. Dann ging ich.
Ging die Treppen zur Lounge wieder runter. Na scheiße. Ich schaute noch mal in den Spiegel, und ging dann an ihnen vorbei. Man wieso hab ich das gemacht? Ich will doch nicht für die schön sein? Nein ich doch nicht. Aber ich habe es gemacht.
Ich schaue mir den Zettel an.
Bill – 176458721 (erfunden)
Sollte ich ihn anrufen. Ich mein nicht jetzt sondern überhaupt. Mein Inneres sagte ja, mein Kopf nein. Scheiß Kopf. :D Stand vor der ganzen Begleitung. Sie bezahlten und wir gingen wieder. Wieder in die zu übergroße Villa. Die mir viel zu groß vorkam. Wie unser eigenes Haus. Ich mochte das alles nicht. Sie schmissen nur Geld zum Fenster hinaus. Genau wie wir. Das fand ich schlimm.
Eher gesagt sie. Ich machte das alles nur mit. Wieso eigentlich? Ich konnte mich doch wehren?
Abhauen?
Fliehen?
Ich konnte es versuchen. Was für ein Skandal für meine Mutter. Nichts Schöneres könnte mir  einfallen. Aber nicht jetzt. Woher sollte ich.
Und viel Geld/Klamotten hatte ich auch nicht viel. Ich musste warten. Warten bis die Wochen vergangen sind. 2 ganze Wochen sind wir noch hier. Was sollte ich machen? Bill sagte sie wären noch 2 Wochen da. Ich konnte mich mit ihm treffen? Sollte ich? Vielleicht ging ich ihm auf die Nerven. Naja so sah es nicht aus. Er grinste immer wenn er mich sah oder ich ihn.
Aber ich kenn ihn erst einen Tag.
Das ist doch so was von egal. Er versteht dich und du ihn. Ihr seid befreundet. Nein da ist mehr. Das fühlte ich.
Spürte ich.
Vielleicht wollte ich es?
Es kam mir alles so schnell vor.
Aber vielleicht war es deine einzige Chance Mal glücklich zu werden und anscheinend auch frei.
Aber tat ich ihm nicht dadurch weh? Nutzte ich ihn nur aus? Erfand ich diese Gefühle nur? Diese Begierde. Sehnsucht, nachdem ich hinter mir die Tür zum Hotelzimmer schloss.
Auch nachdem ich ihn erst einen Tag kenne.
Ich verzog mich gleich in das Zimmer das mir noch ganze 2 Wochen gehörte. Zog meinen Laptop, den ich mitgenommen hatte aus dem Koffer und startete ihn. Im Net wussten sie nicht wer ich bin, sie kannten mich nur als „Psycho_Angel“ Manche fragten mich wieso ich mich so nannte. Ich wusste es selbst nicht… Jetzt wollte ich aber wissen wer diese Tokio Hotel eigentlich waren. Mir klappe fast der Unterkiefer herunter. 75 Seiten nur von denen. Ich mein sie sind ja nur Jungs. Ich wiederhole mich…
Ich wollte jetzt nicht daran denken. Ich glaubte nicht das wir uns noch mal sehen würde. Oder doch?
Sollte ich ihn anrufen?
Mit ihm reden? Jetzt? Er würde sicherlich genervt klingen. Ich will nicht nerven…
Oder lieber morgen? Wer doch ein besserer Augenblick, als jetzt. Vielleicht will er mich wieder sehen. Ich ihn auf jeden Fall. Er hat sich in mein Gehirn eingebrannt. Dieser Anblick.
Aber jetzt denk nicht mehr daran.
Nein!
Gut!
Ich schau bei Itunes.
Tokio Hotel.
Ah…
Sie machen recht gute Musik. Und reden mir manchmal so richtig aus der Seele. Dann geh ich schlafen. Ich konnte nicht so recht schlafen. Mir schwirrt so vieles im Kopf herum. Ich will nicht.
Warum? Kann ich wieder glücklich sein. Vielleicht kommt Bill doch mit.
Flieht mit mir.
Weit weit weg.
Wir fangen neu an.
Ich schlief dann auch langsam ein. Doch ich wusste das war nicht gut. Ich rannte, rannte auf ihn zu und bettelte.
„Bill komm doch bitte mit, wir werden neu anfangen, ein neues Leben beginnen“. Mir kullern Tränen runter. Er lacht mich aus.
„Du kleines dummes Mädchen. Denkst du alles ernstes ich würde das alles aufgeben?
Alle lieben mich, ich bin einzigartig. Ich hätte doch wirklich nicht gedacht dass du so bist.
So sensibel so abartig. Schlampe“.

Ich fahre hoch. Atme tief und schnell. Die Tränen hatten mein Gesicht verklebt. Es war so real. Ich stand schnell auf und ging ins Bad. Ich sah wirklich etwas schrecklich aus. Aber es interessiert mich nicht. Trinke Wasser. Denke noch einmal nach. Was ist, wenn es so sein wird. Was soll ich dann machen?
Soll ich mich einfach so von ihm fern halten? Er wird mich eh nicht vermissen. Ich hab ja nur seine Nummer und er meine nicht. Ja das wird es sein. Er wird mich ganz und gar vergessen. Nichts mehr von mir hören.
Aber was ist dann mit mir? Ach hör doch endlich auf immer nur an dich zu denken, meldete sich mein Inneres. Ja vielleicht. Es stimmt. Ich sollte nicht immer an mich denken.
Tage vergingen.
Monate… Und nichts geschah, er wollte nicht mal herausfinden was mit mir war.
 
Er dachte sicher, ich wolle nichts von ihm. Er solle mich in ruhe lassen. Er solle es nicht wagen nur mal in meine Nähe zu kommen. Ich wäre viel zu gut für ihn. Aber das war ich nicht. Sondern er. Er war mein ein und alles.
Mein Engel.
Mein Morgen und Abend.
Meine kleine Welt.
Ich hatte noch immer seinen Zettel. Den Zettel den er mir jetzt genau vor einem Jahr gegeben hatte. Solle ich ihm schreiben? Oder gar mit ihm reden? JA!
Ich nahm den Zettel und wählte mit zittriger Hand die Nummer. Es läutete einige Male, und ich wollte schon auflegen, doch dann meldete sich von der anderen Seite jemand und hebte ab.
„Ja?“.
Ich konnte nicht sagen. Mein Mund war wie ausgetrocknet.
„Hallo?“, wiederholte er sich.
Ich legte auf. Ich konnte nicht mit ihm reden. Seine Stimme total sanft. Und ich hatte voll ins Telefon geschluchzt. Es klingelte.
Sollte ich ran gehen? Was wäre wenn er’s ist?
Nein, er hat die Nummer doch nicht!
Oder doch?
Es klingelte noch immer. Zitternd hob ich den Hörer ab. Wieso zitterte ich eigentlich? Ist ja nur ein Junge/Mädchen.
„Hallo“.
Meine Stimmte zittert trotzdem.
„Du hast mich gerade angerufen?“. Er sprach ruhig.
Ich im Gegensatz konnte es nicht fassen dass er es war. Den ich jetzt seid einem Jahr nicht mehr gehört, geschweige denn gesehen habe.
Sie zierten vielleicht jeden Tag einige Magazine. Mir war es aber egal.
„Hab mich verwählt“, sage ich. Er glaubt mir nicht. Das spüre ich.
„Celli?“, sagt er auf einmal. Ich schweige. Beiße mir auf die Lippen, und möchte einfach nichts Falsches sagen.
Er konnte sich an mich erinnern. Schon was. Toll. Fand ich es.
„Wieso hast du dich nie gemeldet?“.
Seine Stimme klang traurig. Kalt.
Und wenn ich ihm jetzt in die Augen schauen würde, könnte ich in seine Seele schauen.
Schwarz wie weiß.
Ying und Yang im Einklang.
Aber nicht jetzt.
Er hatte sich eine Fassade aufgebaut.
Für jegliche Menschen die ihm noch einmal wehtun würden. Wie ich?
Er empfand doch nichts für mich.
„Ich wollte nicht stören. War fehl am Platz. Hat sogar dein Bruder preisgegeben. In den Worten die er mir entgegen warf.“ Ich klang verbittert.
Verbittert von den Worten die er mir damals sagte. Mit denen er mich verscheuchte. Nur weil ich war wie ich war. Das mir von meinem Leben auf eingeprägt wurde. Vor dem ich mich ekle.
Manchmal.
Öfter.
Fast immer.
Aber nicht bei ihm.
Wieso auch?
Er verstand mich? Kümmerte sich nicht um meinen Ruf. Um meinen Job. Um meine Herkunft und meine Familie. Sondern nur um mich.
Um die, die ich wirklich war. Ein lebensfreudiger Mensch. Tag ein und Tag aus.
Lachte viel. Weinte wenig und wollte den schwarzen Kern nicht sehen. Der sich hinter manchen Menschen versteckte. Mochte es nicht sehen.
Schloss davor die Augen. Konnte es nicht mehr sehen. Das war gut. Fand ich.
Doch würde noch herausfinden dass es nicht so war. Merkte erst jetzt dass Bill noch am Telefon war. Er hatte noch nichts gesagt.
„Schwachsinn“, sagte er kalt.
Wieso kalt? Ich hab mich ja nur nicht bei ihm gemeldet. Nichts weiter. Er könnte doch jede haben.
Was will er dann von mir?
Verarscht er mich?
Versucht er es?
Aber dann würde er nicht so kalt mit mir reden.
Oder ist das seine Art?
„Was?“. Wollte ich dann wissen.
„Hätte so oft gerne mit dir geredet, so oft deine Stimme gerne gehört. Wollte dir nur einfach zu hören. Was du gesagt hättest. Was du willst. Was du erreichen wolltest“.
Er wollte das Gleiche wie ich. Ich fasste es nicht. Traute es nicht zu glauben. Hatte es endlich gehört. Wollte es hören. Hatte mich nach den Worten, nach der Bedeutung gesehnt.
„Bill“.
Wollte es ihm jetzt unbedingt sagen. Doch schaffte ich es? Empfand er das Gleiche für mich wie ich für ihn?
Konnte er zwischen den Zeilen lesen? Den Grund herausfinden wieso ich mich wirklich nicht so lange bei ihm gemeldet hatte? Weil ich es ohne ihm nicht aushalten konnte? Nicht mehr ohne ihn leben konnte, es aber trotzdem auf mich genommen hatte? Nur weil ich dachte, dass er anders darüber denken würde? Nicht wissen würde, welche Bedeutung er und alles was er macht für mich habe?
„Ja?“, sagte er.
Sanft klingte das Wort in meinen Ohren. Wie sollte ich es ausdrücken? Es einfach nur aussprechen.
 
 „I…ich liebe dich“.
Endlich war es draußen. Wieso machte ich eigentlich so ein Drama draus? Ich hatte es endlich gesagt und es ging mir besser. Irgendwie musste er darauf nichts sagen. Ich wollte es nur gesagt haben. Es nur ausgesprochen haben. Nichts weiter. Nur das. Er atmete ins Telefon. Ich hörte ihn. Spürte ihn schon fast. Leicht, sanft auf meiner Wange.
Wolle er was sagen?
Überlegt er gerade?
Was denkt er denn darüber?
Diese 3 einzelnen Wörter lösten so viel aus.
Hoffnung.
Liebe.
Schutz.
Schützten vor der großen Wahrheit.
Vor dem Abgrund.
Von der Einsamkeit.
Dem Fall.
Dem Fall in die Unendlichkeit.
Stille. Dachte er noch immer nach? Wollte er überhaupt etwas sagen? Dazu? Zu dem?
„Ich liebe dich auch“.
Erlösend klang seine Stimme.
War vernarrt in diese Wörter.
In diese Bedeutung.
In diesen Jungen.
Mir rannen die Tränen nur so runter. Nicht wegen Trauer, oder jeglichen anderen. Wegen Freude. Sie brachten die reine Erlösung. Jetzt konnte ich nicht mehr fallen.
Er hielt mich. Da war jetzt was zwischen uns. Als würden wir uns schon jahrelang kennen. Uns nur verloren haben und endlich nach langer Zeit wieder gefunden haben. Das spürte ich, wie auch er. Das wusste ich. Und wollte es nur glauben. Es war jetzt endlich soweit.
Tage vergingen…
Und endlich sah ich ihn wieder. Der eine Augenblick. Die Welt stand still. Wollte sich nicht weiter drehen. Den Moment enden lassen. Wir waren endlich wieder vereint. Und uns konnte niemand mehr auseinander bringen. Wir gehörten zusammen. Auch wenn das einige Leute nicht wissen wollte, fassen konnten. Es war so. Es war für die Unendlichkeit.

ENDE

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